In diesem Beitrag geht es um die Geschichte des KFV von 1975 bis 1991
Eine große Enttäuschung erfuhr der KFV im Jahr 1976. Die Mannschaft, die eben noch die Meisterschaft der 1. Amateurklasse gewann, stieg im darauffolgenden Spieljahr ab. 14 Stammspieler verließen daraufhin den KFV, nachdem der Verein die Geldforderungen einiger Meisterspieler nicht befriedigen konnte und wollte. Nur vier Stammspieler blieben dem Verein treu. Insgesamt verließen 19 von 22 Spielern den Verein. Das Durchschnittsalter der ersten Mannschaft sank zunächst auf 20 (!).
Für den KFV auf und neben dem Platz: Rolf Kahn
Rolf Kahn, Sohn eines Baltendeutschen aus dem lettischen Liepāja, besser bekannt als KSC-Bundesligaspieler der frühen 1960er Jahre sowie als Vater des ehemaligen DFB-, KSC- und Bayern-Stars Oliver Kahn, übernahm 1978/79 das Traineramt bei den Schwarz-Roten an der Hertzstraße. Ob der 9-jährige Oliver auch mal beim Training zugeschaut hat? Im Saisonfinale des Abstiegskampfs war Kahn sogar noch einmal als Spieler in der hart geführten Partie in Flehingen (1:1) am Ball. Durch den Punktgewinn gelangte der KFV an das rettende Ufer.
Trotz der Abstiegskämpfe resignierte der „karlsruherischste aller Karlsruher Vereine“ (Oberbürgermeister Dullenkopf) nicht. Nach vier Jahren in der Bezirksliga (1977/78 noch die fünfte Spielklasse, ab 1978/79 die sechste Spielklasse) gelang es dem KFV 1980/81 – pünktlich zum 90-jährigen Vereinsjubiläum – in die Landesliga aufzusteigen. Im Jahr zuvor scheiterte der KFV knapp am Aufstieg durch eine Niederlage gegen die SpVgg Oberhausen nach Verlängerung (1:2). Auch im Aufstiegsjahr musste gezittert werden, da der letzte Saisongegner des KFV – der SV Blankenloch – Einspruch gegen das Spiel am letzten Spieltag einlegte (4:1 für den KFV), aufgrund eines Regelverstoßes des Schiedsrichters. Der Einspruch wurde jedoch abgewiesen und das Vereinsjubiläum konnte in Ruhe begangen werden. Je nach aktueller Finanzlage gönnte sich der KFV fortan einen mehr oder weniger guten Spielerkader. Im Jahr 1980 gab der Verein insgesamt 157.000 DM aus.
Mit den Nachsaison-Jubiläumsspielen 1981 gegen die Bundesligamannschaften des VfB Stuttgart (0:12) und des KSC (2:12) tat sich der KFV keinen Gefallen. In der relativ langweiligen Partie gegen den KSC trug sich auch Joachim Löw dreimal in die Torschützenliste ein. In der sommerlichen Hitze ließ auch der Bundesligadritte, der VfB, vor 2.000 Zuschauern dem KFV keine Chance. 15.000 Mark zuzüglich Mehrwertsteuer, Lunchpakete für die Bundesligastars und Stehempfang gab der KFV für das Gastspiel der Schwaben aus. Abermals stand die Ausgabenpolitik des Initiators und inoffiziellen KFV-Chef Günter Rüssel („Wir müssen beweisen, den KFV gibt es noch“) in der Kritik. Von den Zuschauergeldern vereinnahmte der KFV nicht einmal die Hälfte.
In der Landesliga wurde der KFV prompt Vierter. Eines gutes Ergebnis, das ohne die Sturmschwäche des KFV leicht hätte besser sein können. Auch im kommenden Jahr schoss der KFV nur 49 Tore und verbesserte sich um einen Tabellenplatz. Eine echte Fußballrarität bescherte dem KFV die ägyptische Nationalelf, deren junge Mannschaft den KFV mit 4:1 bezwang. Der KFV-Trainer in der Saison 1984/85 war kein Unbekannter für die Karlsruher Fußballwelt: Hugo Rastetter. Dieser war bereits als Spieler des VfB Mühlburg (1935-1952) bzw. des KSC (1952-1955) aktiv und hatte daher eine Menge Erfahrung im Gepäck. Zudem hütete Rainer Paul, Sohn des KSC-Bundesligakeepers Manfred, das KFV-Tor.
EINSCHUB: Skandalspiel in Münzesheim
Die Ausgangssituation war klar: Der KFV als Zweiter der Bezirksliga, Staffel 6, trat am 27. Januar 1980 gegen den Tabellenelften, Münzesheim, an. Die Gastgeber aus Münzesheim gewannen mit 6:3 (2:1). Hintergrund: Der skurrile Schiedsrichter Winfried H. gab in diesem Spiel fünf (!) Elfmeter (3 für den Gastgeber, 2 für den KFV) und verhängte acht (!) Zeitstrafen, die es damals noch gab. Der Unparteiische auf dessen Porsche ein Aufkleber mit dem Text „Ein Spiel wird erst schön durch den Schiedsrichter“ angebracht war, hatte eine Vorgeschichte vorzuweisen: Aus dem Kreis Heidelberg wechselte er nach Karlsruhe. Von dort ins Rheinland und dann in den Kreis Pforzheim (Karlsruher Schiedsrichter Obmann Engelhardt: „Was war ich froh, als ich diese Flasche los hatte“). Die Auseinandersetzung um den Unparteiischen wurde daraufhin in der Lokalpresse weitergeführt.
Nach einem enttäuschenden 8. Platz konnte sich der KFV 1985 trotz einer aufwendigen Vorbereitung nur leicht verbessern und landete auf dem sechsten Rang. Trainer Cornelius Rastetter warf mitten in der Saison das Handtuch, sodass kurzfristig Ersatz gefunden werden musste. Im Kreispokal mussten sich die Schwarz-Roten dagegen erst im Endspiel dem FC Germania Friedrichstal (0:1) geschlagen geben (umstrittener Elfmeter). Saftig wurde es im BFV-Pokal. Gegen den frischgebackenen Meister der Oberliga Baden-Württemberg, SV Sandhausen, verlor man mit 0:13! Einen Erklärungsversuch findet man in der Vorgängerchronik des KFV: „1. Zwei Klassen Unterschied; 2. Unsere Spieler fuhren direkt von der Arbeitsstelle nach Sandhausen; 3. In den letzten drei Wochen betrug das Trainingsprogramm maximal zwei Einheiten, Sandhausen stand 5 Mal wöchentlich im Saft“. Schon Konfuzius wusste: In allen Dingen hängt der Erfolg von den Vorbereitungen ab! Auch ein Gastspiel von Hota Bavaria New York verlor der KFV mit 1:5.
Ein Jahr später ging der KFV abermals auf Verjüngungskur: 20,6 Jahre betrug das Durchschnittsalter der Mannschaft ohne die drei ältesten Spieler. Sieben A-Jugendspieler rückten nach. Stefan Sternkopf, der Bruder des ehemaligen KSC- und FC-Bayern-Spielers Michael, kam ebenso aus der eigenen Jugend hinzu.
Nur knapp und mit viel Pech verpasste der KFV die Meisterschaft. Nach 19 Spieltagen lag der KFV vorne. Dann kam das Spiel gegen Durlach-Aue. Alle anderen Spiele des Spieltages wurden wegen Unbespielbarkeit abgesagt. Auf dem mit hohem Schnee bedeckten Boden musste ein Glücksschuss her, der den Durlachern gelang. Dieses Spiel war der Knackpunkt der Saison und die unerfahrenen Karlsruher ließen sich vom FV Wiesental in der Endphase der Saison überholen. Doppelt ärgerlich: Bei den unteren als auch oberen Spielklassen durfte auch der Zweitplatzierte um den Aufstieg spielen. In der Landesliga jedoch nicht! Der KFV blieb auch weiter in der Liga.
Im Sommer 1989 verließen 25 Spieler der 1. und 2. Mannschaft den Verein, da sich der KFV keine lukrativen Auflaufgelder mehr leisten konnte. „Der KFV muss auf Sparflamme kochen“ hieß es dazu im Lokalblatt BNN. Wie so oft hatte der KFV seinen schon gut bezahlten Spielern noch einmal mehr Geld geboten, konnte es sich aber am Ende nicht leisten. Obwohl der KFV als Abstiegskandidat gehandelt wurde, überraschten die Karlsruher als Vizemeister. Trainer Rolf Müller resümierte dazu: „Nach einer beispiellosen Gesundschrumpfung haben die Spieler an der Hertzstraße die Ärmel hochgekrempelt, trainiert und diszipliniert auch teilweise begeisternden Fußball gespielt. […] Ich würde mir wünschen, dass jedes kritische Wort mit einem Spendenbeitrag für den KFV unterlegt werden würde, dann wäre die Kritik erträglicher und der Verein könnte vielleicht Abhilfe schaffen“. Die Idee wurde leider nie in die Tat umgesetzt und nicht nur deswegen ging es für den KFV weiter finanziell bergab.
Derby-Sieg gegen die KSC-Profis! / Kurioser Gast beim Zagreb-Spiel
Für den KFV spielten im Stadtderby:
23. Mai 1989: KFV – Karlsruher Sport-Club 3:2 (1:1)
KFV: Paul, Mangler (König), Gimmel, Schwarz, Treier (Dickelmann), Matena, Bauer, Grimm, Bronzel, Gaiser, Malsam
1:0 Malsam (13.), 1:1 Schütterle (22.), 2:1 Gaiser (47.), 3:1 Malsam (56.), 3:2 Schütterle (74.)
Zuschauer: 400, KFV-Stadion an der Telegrafenkaserne.
Zum Jubiläumsjahr 1990/91 schaffte der KFV endlich den lange ersehnten Aufstieg in die Verbandsliga. Mit einem 2:0 gegen die von Karl-Heinz Kwolek trainierte GU Pforzheim sicherten sich die Schwarz-Roten am 30. Spieltag die Meisterschaft. Zum ersten Mal seit 1976/77 (damals in der 2. Amateurliga Mittelbaden) war der KFV damit wieder viertklassig.
Am 1. Mai 1991 gastierte Dinamo Zagreb beim KFV. Vor rund 2000 Zuschauern gewannen die Kroaten mit 5:1. Nationalspieler Mladen Mladenović, der auch bei der EM 1996 für Kroatien auflaufen sollte, brachte Zagreb zweimal in Führung, ehe Cupac und zweimal Laya alles klar machten. Kurioser Gast an diesem Tag im Telegraphenstadion: Bundesligaspieler Vladimir „Vlado“ Kasalo vom 1. FC Nürnberg, der nach Eigentoren in den Spielen gegen den VfB Stuttgart sowie den Karlsruher SC einige Zeit später wegen Wettbetrugs festgenommen wurde. Er kam vermutlich, um seinen ehemaligen Kollegen von Dinamo Zagreb „Hallo“ zu sagen…
Am 19. Juli 1991 verpflichtete der KFV den FC Bayern München für ein Spiel im Karlsruher Wildparkstadion gegen den KSC (2:2). Während der KSC ohne Prämie auftrat, griff man für die Bayern nochmal kräftig in die Vereinskasse. Das Vorspiel bestritten der KFV sowie die KSC-Amateure (1:1).
Interviews zur Epoche
Interview mit Hans Gawliczek:
geboren: 3. Dezember 1950
Spielzeiten beim KFV: leider nur 2 Jahre (danach Umzug in die Pfalz)
1980/81, 1981/82
Erfolge beim KFV: 1980/81 , Meister der Bezirksliga
Position: Sturm / Mittelfeld (9 Tore)
Sonstige Erfolge in der Spielerlaufbahn: Vorbereitung für das „Tor des Monats“ September 1979 in der zweiten Runde des DFB-Pokals (1860 München – 1.FC Pforzheim). Torschütze: Der ehemalige KFV-Akteur Karl-Heinz Kwolek.
Vereine als Spieler:
Jugend: Schalke 04, HSV, KSC (Vater war Trainer der 1.Bundesliga-Mannschaft)
Herren: VfR Achern, VfB Knielingen, KSC Amateure, Fvgg. Weingarten, FC Pforzheim, KFV, FC 08 Hassloch (alle 1.Amateurliga)
Hans Gawliczek im Gespräch:
Wie sind Sie zum KFV gekommen und in welcher Begegnung trugen Sie zum ersten Mal das KFV-Trikot?
Ich kam auf Wunsch des damaligen Trainers Ludolf Hyll mit 29 Jahren vom 1.FC Pforzheim. Das 1. Spiel war in der Bezirksliga (Saison 80/81)
Welche Erlebnisse mit dem KFV haben sich besonders in Ihren Erinnerungen verankert?
Jeder „richtige“ Fußballer ist irgendwie abergläubisch, das war auch ich. Meine Macke beim KFV war, dass ich immer mit den gleichen Socken spielte, solange wir nicht verloren hatten. Und in der Meistersaison 80/81 war das eine Serie von ca. 22 Spielen. Die Strümpfe litten natürlich mit der Zeit darunter, und entstandene Löcher wurden zunächst immer von meiner Frau genäht. Irgendwann wurde es ihr zuviel, also fing ich an, sie mit Tape zuzukleben (die Löcher).
Die anderen Spieler hänselten mich zunächst deswegen immer und lachten sich kaputt. Doch nach einer gewissen Zeit ohne Niederlage änderte sich das ins Gegenteil. Vor jedem Spiel fragten sie mich, ob ich denn auch die „Sieger-Socken“ dabei hätte. Und mit jedem Sieg wuchs der (Aber-) Glaube beim gesamten Team sowie die Anzahl und Größe der Pflaster an meinen Strümpfen.
Ausgerechnet am alles entscheidenden letzten Spieltag in Spöck hatte ich sie vergessen!! Das Entsetzen bei allen war groß, und so wurde meine Frau noch vor dem Spiel schnell nach Hause geschickt, um sie zu holen. 1 Minute vor Spielbeginn traf sie ein, ich zog sie an und wir gewannen 4:1 und damit die Meisterschaft.
Als nach der Saison Ludolf Hyll in den wohlverdienten Trainer-Ruhestand verabschiedet wurde, schenkte ich ihm die ungewaschenen und mit Tape geklebten Socken als Bild hinter einer „geruchsdichten“ Glasscheibe. Es hing viele Jahre in seinem Keller mit anderen Andenken an seine Trainerzeit. Keine Ahnung, wo sie heute geblieben sind.
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Am Abend der Meisterschaft feierten wir ausgiebig und feucht-fröhlich im Clubheim des KFV. Irgendwann zu später Stunde kam einer von uns – ich glaube es war Mittelstürmer Bernd Höllig – auf die Idee, wir könnten doch unten auf dem Platz eine außergewöhnliche Ehrenrunde drehen. Wir trafen uns auf dem Spielfeld, entledigten uns aller Klamotten und liefen laut jubelnd – so wie Gott uns geschaffen hatte – eine Ehrenrunde. Leider (bzw. zum Glück) gibt es davon keine Bilder, aber jeder, der dabei war, wird sie ewig in Erinnerung behalten – so wie den KFV.
Welche Persönlichkeit beim KFV hat Sie am meisten geprägt/inspiriert?
Trainer Ludolf Hyll, Spielausschussvorsitzender Gerhart Lechner, Kapitän und Co-Trainer Arthur Böhm
Was machten Sie nach Ihrer Zeit beim KFV ?
1982 Lehrerstelle (Sport, Deutsch) an der BBS Neustadt, 3 Jahre Spieler beim FC 08 Hassloch, seit 1985 Volleyballtrainer und Spieler (Mixed, heute noch aktiv) beim TV Edenkoben; Tennis in verschiedenen Vereinen, aktuell: TC Hainfeld-Modenbachtal
Was hat Sie beim KFV am meisten beeindruckt?
Der Zusammenhalt des gesamten Teams: Mannschaft, Trainer, Betreuer. Vor allem Trainer Ludolf mit seiner menschlichen Art, aber auch seinem Fußballverstand und seinen Statistiken; hat mich selbst als (Volleyball-) Trainer stark geprägt.
Warum ist der KFV nicht irgendein Fußballverein?/Was macht den KFV besonders?
Ich glaube, das können andere noch besser beurteilen als ich. Auf jeden Fall gehört die Zeit beim KFV zu meinen schönsten Erinnerungen.
Nach der Insolvenz im Jahre 2004 musste der KFV ohne Sportplatz und ohne breite Basis, 2007 in der C-Klasse Karlsruhe, der untersten Liga, von neu beginnen. Wie wird sich der KFV sportlich, personell und organisatorisch in der Zukunft entwickeln?
Das kann ich von der Pfalz aus leider nicht beurteilen.
Warum sind Sie dem KFV treu geblieben?
Ich habe heute noch im Schrank mein altes schwarz-rot gestreiftes KFV-Trikot.
Was würden Sie heute den KFV-Spielern mit auf den Weg geben?
Spaß am Spiel haben – Gewinnen ist nicht alles; immer fair bleiben; Verletzungen auskurieren !
Interview mit Norbert Hess
Norbert Hess war zweimal Sportvorstand des KFV von 1985-1987 und 1989-1992.
Dazwischen war er Scout beim großen 1. FC Nürnberg.
Herr Hess, Sie waren von 1985-87 und 1989-92 Spielausschussvorsitzender – sprich Sportvorstand – des KFV. Welche Ereignisse fallen in diese Zeit und woran müssen Sie heute noch oft denken?
Zu aller erst einmal der Aufstieg in die Verbandsliga 1991 pünktlich im Jahr unseres 100-jährigen Jubiläums. Noch heute erinnere ich mich aber überhaupt sehr gerne an die gesamte Zeit meiner Tätigkeit. Warum? Es machte einfach riesen Spaß mit einer blutjungen Truppe (anfängliches Durchschnittsalter nicht einmal 21 Jahre) diese sportliche Herausforderung anzugehen und dann auch nach einigen Anläufen mit mehreren Vize-Meisterschaften erfolgreich zu bestehen. Noch heute habe ich zu mehreren Spielern unseres damaligen Kaders regelmäßigen persönlichen Kontakt.
Wie sind Sie zum KFV und diesem Amt gekommen?
Zielsetzung des Vereins war in den Spielzeiten vor 85/86 eigentlich immer der Aufstieg in die höchste Spielklasse, der Verbandsliga Nordbaden. Trotz teilweise immenser finanzieller Anstrengungen (u.a. spielten damals 3 ehemalige Oberliga Spieler beim KFV) blieb der sportliche Erfolg aus. Ja man hatte zweitweise sogar Probleme die Landesliga zu halten. Im Winter des Jahres 1984 kam der Vorstand des Vereins auf mich zu, ob ich nicht Interesse hätte die sportliche Leitung der Senioren zu übernehmen. Nachdem mir die alleinige und volle Verantwortung bei der Kaderplanung als auch der Trainer Verpflichtung zugestanden wurde, sagte ich dann zu. Wir trennten uns von über 20 Spielern und setzten in erster Linie auf die eigene Jugend.
Trugen Sie selbst einmal als Spieler das Trikot des KFV?
Ich war zwar kurz in der A-Jugend des Vereins unterwegs, allerdings mit geringem Erfolg. Ab Anfang 20 übernahm ich Jugendmannschaften des KFV. Nach der Meisterschaft in der höchsten Amateurklasse (damalige 3. Liga) wurde ich in den Spielausschuss berufen und hatte mit „Größen“ wie Thomas Gubitz, Herbert Durand, Karlheinz Kwolek um nur einige zu nennen zu tun. Leider stiegen wir mit einer von badischen Auswahlspielern und Ex-Profis gespickten Truppe aber ab. Die Mannschaft verlor sich leider in alle Himmelsrichtungen (1. FC Pforzheim, VfB Eppingen, SV Sandhausen). Wir hatten aber schon damals eine super Kameradschaft, sodass wir beschlossen montags immer „zu kicken“. Hartmut Dröse (er schuf das Titelbild des KFV Buches 125 Jahre) erfand einen Namen und wir liefen fortan unter „FC Niemand ´76“ auf. Ich kann mich bis heute nicht erinnern auch nur EIN Spiel verloren zu haben. Da durfte dann auch ich IMMER mitspielen… Während meiner Zeit als Sportlicher Leiter spielte ich (wenn wir nicht gerade mit der 1. Mannschaft unterwegs war ) in der Zweiten (damals Kreisklasse A, heutige Kreisliga).
Ich hatte zwar damals sogar ein Angebot das Management des amtierenden Deutschen Amateur Fußball Meisters zu übernehmen. Aber nur der Profilierung wegen kam das für mich nicht in Frage.
Was machten Sie nach Ihrer Zeit in der aktiven Rolle des Sportvorstands?
Sportlich nur noch joggen und mehrmals in der Woche ins Fitness Studio zur „körperlichen Ertüchtigung“. Mit Sport, insbesondere Fußball, hatte ich ab diesem Zeitpunkt aktiv wenig zu tun. Mein Sohn Oliver war als Jugendspieler ständig im Kader der Badischen Auswahl und gehörte immer zum DFB Stützpunkt Team und zur Jugend Nationalmannschaft. Er war im Kader des damaligen Zweitligisten SV Waldhof. Als Senior spielte er dann u.a. nach einer schweren Verletzung auch mal beim KFV und dem SV Sandhausen. Ein wesentlicher Gesichtspunkt meines Engagement im KFV war die Arbeit mit jungen Menschen. „Da bekommt man keine alten Gedanken“, das ist noch heute mein Leitspruch. Deshalb machte ich mich ab 1991 auf dem Gebiet der Fotografie selbständig. Inzwischen nur noch im Bereich Model-Fotografie. Gebe jedes Jahr Fotokurse auf Mallorca, Ibiza und auch hier im Badischen Raum.
Was macht für Sie der KFV zu einem besonderen Verein?
Der KFV ist der älteste Fußball Verein Süddeutschlands. Im ehemaligen Stadion an der Hertzstraße fand das allererste Länderspiel einer Deutschen Nationalmannschaft (gegen die Schweiz) statt. Der KFV war Deutscher Meister, mehrmaliger Süddeutscher Meister, stellte mehrere Nationalspieler, darunter Gottfried Fuchs, der bis heute mit seinen 10 erzielten Toren gegen Russland 1912 noch immer den Rekord hält, ist also eine Ikone des Fußballs.
Eine Schande was sich die Stadt Karlsruhe mit dem Verein in der Platzfrage nach wie vor erlaubt. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.
Welchem Klub/ welchen Klubs drücken Sie heute neben dem KFV die Daumen?
Dem 1. FC Nürnberg. Da muss man noch „leidensfähiger“ sein, als vielleicht beim KFV. Während meiner 2-jährigen Unterbrechung hier in Karlsruhe (87-89) war ich dort im Scouting (Raum Südwest Deutschland) unterwegs. Mit der Mannschaft spielten wir u.a. im Europapokal bei AS Rom (mit Rudi Völler), gewannen dort 2:1, verloren leider das Rückspiel nach Verlängerung mit 1:3.
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